Wasserverbrauch im Mega-Sommer
um 3.400 Kubikmeter pro Tag höher

Sichere Versorgung durch Verteilungsnetz von 400 Kilometern Länge

Das ist ein Spitzenwert: Rund 22.400 Kubikmeter Wasser pro Tag wurden im Juli 2018 durch die Leitungen im Stadtgebiet Neuss befördert. Der Mega-Sommer hat den Wasserverbrauch in die Höhe schnellen lassen. Zum Durstlöschen, Abkühlen, Kochen und Bewässern wurden täglich etwa 3.400 Kubikmeter Trinkwasser – das sind immerhin 3,4 Millionen Liter! – mehr als sonst benötigt. Zum Vergleich: In den Juli-Monaten der vorhergehenden vier Jahre lag der Wasserverbrauch in Neuss bei etwa 19.000 Kubikmeter Wasser pro Tag. Hahn auf und Wasser marsch – es ist eine Selbstverständlichkeit, verlässlich jederzeit mit klarem, kühlem und einwandfreien Trinkwasser versorgt zu werden. Doch dahinter steckt eine enorme Infrastruktur.

Sauberes Trinkwasser bis zum Hausanschluss

700x465-Krah.jpgÜber 20.000 Hausanschlüsse, ein 400 Kilometer langes Verteilungsnetz sowie ein stetiger Druck von 3,5 bar – das sind die nackten Zahlen zur Trinkwasserversorgung in Neuss. Florian Krah, Abteilungsleiter für den technischen Kundendienst und Leitungsbetrieb, und seine Mitarbeiter sind verantwortlich für die Trinkwasserversorgung „ab Werksausgang bis zum Hausanschluss“, sagt er. Wenn neue Häuser gebaut werden, sorgen die Mitarbeiter für die Leitungsverlegung und Anschlüsse. Wenn unterirdische Bauarbeiten nötig sind, spülen sie anschließend die Leitungen. Wenn Kontrollen des Trinkwassers notwendig sind, entnehmen sie regelmäßig Proben und lassen diese im Wasserlabor Niederrhein überprüfen. Und wenn Anwohner trübes oder verfärbtes Trinkwasser melden, kommen die Mitarbeiter der Stadtwerke Neuss mit einem Störwagen. „Dann prüfen wir: Kommt die Störung aus dem Wassernetz oder privat aus dem Gebäude?“, sagt Krah. Liegt das Problem im Netz, werden die Leitungen gegebenenfalls erneuert, mehrfach gespült und die Wasserqualität anschließend im Labor überprüft. Liegt die Ursache allerdings im Haus, sind die Stadtwerke nicht verantwortlich, sondern die Anwohner.

Eigentümer verantwortlich für Leitungen im Haus

„Wenn uns Probleme bei der privaten Trinkwasserinstallation auffallen oder gemeldet werden, fordern wir den Eigentümer auf, den Mangel innerhalb einer bestimmten Frist zu beheben“, erklärt Krah. Die Leitung sperren wie beim Gas könne er nicht. „Aber da ja keiner verfärbtes Wasser oder undichte Leitungen im Haus haben will, gibt es in der Regel auch keine Probleme.“

Wasserzähler im Haus von den Stadtwerken

Grundsätzlich ist jeder Hauseigentümer für die Trinkwasserversorgung in seinem Haus verantwortlich. Wird die Qualität des Trinkwassers durch alte Rohre innerhalb seines Gebäudes beeinträchtigt, muss er einen Installateur beauftragen, neue Leitungen zu verlegen. Auch wenn Häuser neu gebaut werden, sind die Stadtwerke nur bis zum Hausanschluss zuständig. „Die Leitungen im Gebäude müssen von einem Installateur verlegt werden, der beim jeweiligen Versorger eingetragen ist“, erklärt Florian Krah. Sobald ein sogenannter Inbetriebsetzungsantrag gestellt worden ist, kommen die Stadtwerke Neuss noch einmal ins Haus. „Wir bauen dann den Zähler ein. Das ist das einzige Bauteil, das wir im Haus stellen“, so Krah.

Trinkwasser-Zähler nicht zubauen

Die Zähler für Kaltwasser müssen alle sechs Jahre ausgetauscht werden. „Das ist gesetzlich vorgeschrieben, da dann die Eichfrist abgelaufen ist“, sagt Krah und hat noch einen Tipp: „Deshalb sollten die Zähler nicht mit Schränken zugebaut werden. Sie müssen für uns zugänglich sein.“

Zwei Versorger im Neusser Stadtgebiet

700x484-Gartenschlauch.jpg„In der Stadt Neuss sind zwei Wasserversorger zuständig, zum einen die Stadtwerke Neuss, zum anderen die Kreiswerke Grevenbroich“, erklärt der Abteilungsleiter für den technischen Kundendienst und Leitungsbetrieb. Der Neusser Norden wird durch das am Stadtwald gelegene Wasserwerk Broichhof versorgt. Es ist das älteste Neusser Wasserwerk, das noch in Betrieb ist. Der Neusser Süden erhält sein Wasser vom Wasserwerk Rheinbogen. Es liegt in Neuss Uedesheim und wurde 1954 in Betrieb genommen.
Die Neusser Stadtteile Norf, Allerheiligen, Rosellerheide, Rosellen, Neuenbaum, Bettikum, Derikum, Elvekum, Helpenstein, Hoisten, Holzheim, Minkel, Schlicherum, Speck, Stüttgen, Wehl, Grefrath, Lanzerath und Röckrath werden von der Kreiswerke Grevenbroich GmbH mit Trinkwasser versorgt.

Wasserversorger haben einen Notverbund

„Prinzipiell ist jeder für sein Gebiet selber zuständig“, erläutert Krah. Doch es kann zu Überschneidungen kommen. „Beispielsweise wenn in Bereichen, in denen die Kreiswerke Wasserversorger und die Stadtwerke Gasversorger sind, Baumaßnahmen anstehen, werden diese gemeinsam abgestimmt und zum Teil gemeinsam ausgeführt“, so Krah. „Für den Fall, dass ein Versorger Probleme bei der Wasserversorgung haben sollte, gibt es einen Notverbund. Das bedeutet, es gibt Übergabepunkte, von denen aus Wasser von den Kreiswerken in das Netz der Stadtwerke eingespeist werden kann und umgekehrt.“


Ihre Bärbel Broer, freie Journalistin und Autorin des Stadtwerke-Magazins

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